Die Geschichte von Matcha Tee

Die Geschichte von Matcha Tee

Die Geschichte von Matcha Tee in Japan ist eng mit der Geschichte von Grüntee aus China verknüpft. Obwohl Tee seit 5000 Jahren getrunken wird, ist die Zubereitung mit Matcha Pulver erst seit etwa 800 Jahren bekannt. Seitdem entwickelte sie sich zur Standard-Methode für die japanische Teezeremonie und das Matcha Pulver trat seinen Siegeszug durch die Welt an.

Der Weg des Tees nach Japan

Während der Nara-Zeit (710 – 794) und der Heian-Zeit (794 – 1192) pflegte Japan intensive Beziehungen mit China. Oftmals begleiteten führende buddhistische Geistliche, die sich teilweise länger zu Studienzwecken im Land aufhielten, die japanischen Gesandten auf ihren Reisen. Zwei dieser buddhistischen Gelehrten waren Saichō und Kūkai, die nach ihrer Studienreise im Jahr 805 erstmals Teesamen mit nach Japan brachten. Diese Samen des Teestrauches pflanzten sie angeblich in der Präfektur Saga auf Japans südlichster Insel Kyūshū ein, wo sie zu einem ersten Teegarten heranreiften. Der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, dass es Überlieferungen gibt, dass Tee in Japan bereits im Jahr 729 von Kaiser Shomu bei einem buddhistischen Zeremoniell verwendet worden sei. Der Anlass zum Teetrinken am Kaiserhof besaß während der Nara-Zeit und der Heian-Zeit die Bezeichnung „Gyōcha no gi“, was so viel wie „Zeremonie, bei der den anwesenden Mönchen Tee angeboten wird“ bedeutet.

Die Verwendung des Grüntees

Seit seiner Einführung ist der Anbau von Grüntee den Klöstern vorbehalten und ausschließlich Adelige und Geistliche durften den edlen Tee genießen. Grüner Tee besitzt eine belebende Wirkung, deshalb setzten ihn buddhistische Mönche vor allem für die Öffnung des Geistes während der Meditation und als eine der zahlreichen chinesischen Heilpflanzen ein. Der Tee fand dabei entweder in der Form frischer Blätter oder als „Teekacheln“ (japanisch „Dancha“) Verwendung. Für letztere wurden die Teeblätter mit heißem Dampf getrocknet, im Mörser zermahlen und schließlich zu Teekuchen gepresst. So erhielt der Tee eine höhere Haltbarkeit als frische Teeblätter und konnte portionsweise allein oder mit anderen Zutaten wie Salz oder Ingwer in kochendem Wasser zubereitet werden.

Eine neue Art der Zubereitung – Matcha

Währenddessen erfand man in China eine neue Art der Zubereitung für grünen Tee – genannt Pulvertee (japanisch „Matcha“) – die während der Kamakura-Zeit (1185 – 1333) auch in Japan Einzug hielt. 1191 brachte der japanische Mönch Myōan Eisai (auch Yōsai genannt) nach einem Studien-Aufenthalt bisher unbekannte Teesamen und die neue Art der Zubereitung nach Kyoto. Seitdem verschrieb er sich ganz dem Tee und dem Zen-Buddhismus und trug entscheidend zur Verbreitung der Tradition des Teetrinkens in Japans Adelsklasse und bei den Mönchen bei. Eisais Schüler Dōgen ergänzte daraufhin verschiedene Teeutensilien, die er im Reich der Mitte kennengelernt hatte, und erstellte erste Anleitungen für sein Kloster, wie der Tee zuzubereiten sei. Aus diesen Aufzeichnungen entwickelte sich die klösterliche Teezeremonie, an der sich die heutige Form noch immer orientiert. Für die Zeremonie wurden die getrockneten und geschnittenen Blätter des Tees nicht wie bisher in einer Teekanne gekocht, sondern als Matcha Pulver mit einem Bambusbesen direkt in der Teeschale geschlagen und aufgeschäumt. 1564 hielt der Teemeister Sen no Rikyū die Regeln für eine Teezeremonie in der klassischen Form fest, die heute unter dem Namen „Teeweg“ bekannt ist.

Die Kultivierung des Tencha und des heutigen Matcha

Die erste Teeplantage wurde in der Region Uji – nahe Kyoto und Osaka – angelegt. Dieses Anbaugebiet ist heute noch für seine Qualitätstees berühmt. Von hier aus verbreitete sich die Kultur des Teetrinkens seit der späten Kamakura-Zeit (um 1280) langsam auch außerhalb der Adelsschichten (zunächst bei den Samurai und wohlhabenderen Schichten) in ganz Japan. Erst im 17./18. Jahrhundert fanden der Genuss von Tee und das rituelle Teetrinken Eingang in die unteren Bevölkerungsschichten. In dieser Zeit jedoch nutzten die Menschen noch ausschließlich den normalen Grüntee. Der Tee, den Steinmühlen zu dem feinen Matcha Pulver, wie wir es heute kennen, zermahlen, ist der sogenannte „Tencha“. Im Gegensatz zu herkömmlichen Grüntee wird dieser vor der Ernte mit Reisstrohmatten abgedeckt und vier Wochen beschattet. Dieses Verfahren hat große Auswirkungen auf den Geschmack des Tees und wurde zufällig entdeckt, als die Plantagen vor der Asche eines Vulkanausbruchs geschützt werden sollten. Mit weiteren Verfeinerungen des Anbaus von Matcha Tee Pflanzen kristallisierte sich in den folgenden Jahrzehnten der Tencha heraus – und somit war der samtig weiche, aromatische Matcha Tee, wie wir ihn heute kennen, geboren.

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